Patronat: Füssen, Kempten, Allgäu; des Viehs; gegen Schlangenbisse, gegen Ungeziefer, Ratten und Mäuse; bei Augenleiden
Der Heilige Magnus (ursprünglich Maginold genannt) gehörte vermutlich dem Volk der Alamannen oder der Rätoromanen an und kam um 699 bei St. Gallen in der Schweiz zur Welt. Über sein Leben und Wirken gibt es kaum gesicherte Belege; die »Vita S. Magni«, verfasst von seinem Gefährten Theodor und wahrscheinlich im 11. Jahrhundert von einem Mönch in Ellwangen überarbeitet, schildert die Legenden um Magnus’ Wundertaten, die als Allegorien auf sein missionarisches Wirken verstanden werden können.
Vermutlich lebte Magnus längere Zeit als Einsiedler nahe dem Grab des Heiligen Gallus. Im Auftrag Wikterps, des ersten historisch belegten Bischofs von Augsburg, zog Magnus gemeinsam mit Theodor um 746 in das östliche Allgäu, um das Christentum zu verbreiten. Es ist anzunehmen, dass Magnus von Wikterp zum Priester geweiht wurde. Später ließ sich Magnus am Lech bei Füssen (Bayern) nieder, wo dank großzügiger Schenkungen des Frankenkönigs Pippin d. Jüngeren (714–768) im Laufe der Zeit ein großes Benediktinerkloster entstand, dessen erster Abt Magnus war. Schon zu Lebzeiten rankten sich zahlreiche Legenden um Magnus: So soll er etwa mit seinem Stab Schlangen und Raubtiere vertrieben haben, einem Blinden das Augenlicht wiedergegeben und sogar einen Drachen besiegt haben. Magnus verstarb an einem 6. September um das Jahr 772 in Füssen. Seine Gebeine wurden um 850 unter Bischof Lanto erhoben und in der Krypta einer Kapelle in Füssen beigesetzt, an deren Stelle heute die Magnus zu Ehren errichtete Kirche St. Mangen steht. Die Reliquien des Heiligen gelten seit dem 11. Jahrhundert als verschollen.
Darstellung: als Benediktinerabt im schwarzen Habit
Attribute: Kreuz; Stab, Drache, wilde Tiere

Quelle: Herder-Verlag


