Cäcilia von Rom

Namenstage: Cäcilia, Cécile, Sheila

Funktion: Heilige, Märtyrerin, Kanonheilige

Gedenktag: 22. November

Patronat: der Kirchenmusik, Sänger, Musiker, Dichter, Organisten, Musikinstrumentenbauer (besonders der Orgelbauer)

Zum Leben der Heiligen Cäcilia gibt es keine verlässlichen historischen Daten. Viele Legenden ranken sich um die Figur der Märtyrerin, die vermutlich zur Zeit der Regierung von Kaiser Alexander Severus (222–35) und Papst Urban I. (222–30) lebte.
Nach diesen Legenden stammte Cäcilia aus einer adligen römischen Familie und erhielt eine Erziehung im christlichen Sinne. Schon früh soll sich das Mädchen dem Heiland als Braut versprochen haben. Als sie von ihren Eltern mit dem edlen Jüngling Valerian verheiratet wurde, teilte sie diesem in der Hochzeitsnacht mit, sie werde von einem Engel beschützt, der ihre Jungfräulichkeit bewahre. Als der erzürnte Valerian diesen Engel zu sehen wünschte, schickte sie ihn zu Papst Urban I. zur Belehrung, denn nur wer christlichen Glaubens sei, könne den Engel sehen. Von diesem bekehrt und getauft, erblickte Valerian den Engel, der zwei aus Rosen und Lilien geflochtene Kränze in der Hand hielt, von denen er einen Cäcilia und einen Valerian reichte.
Als auch Valerians Bruder Tiburtius den christlichen Glauben annahm, wurden die beiden vor den römischen Statthalter Almachius zitiert, der sie zum Tode verurteilte. Auch Cäcilia wurde von Almachius bedroht und nutzte die ihr verbleibende Zeit, um noch andere zum Christentum zu bekehren. Almachius ließ sie angeblich in ein Fass mit kochend heißem Wasser steigen, was ihr aber nichts ausmachte; anschließend sollte sie enthauptet werden, doch drei Schwerthiebe reichten nicht aus, ihr Haupt abzutrennen. Schwer verwundet überlebte Cäcilie noch drei Tage, bevor sie vermutlich am 22. November im Jahr 230 starb.
Das ehemalige Wohnhaus der Heiligen im römischen Stadtteil Trastevere wurde im 5. Jahrhundert zu der Kirche Santa Cecilia umgebaut. Nachdem diese zerfallen war, wurde sie im 9. Jahrhundert unter Papst Paschalis I. wieder aufgebaut und die Gebeine der Heiligen hierher übertragen.
In der Kunst wird Cäcilia, die als Patronin der (Kirchen-)Musik verehrt wird, oft mit Musikinstrumenten und dem Gesang der Engel lauschend dargestellt. Im 16. Jahrhundert gründete der italienische Komponist Giovanni Palestrina eine Bruderschaft, den »Verein der heiligen Cäcilia«, der sich der Pflege der geistlichen Musik widmete. Aus diesem Verein entstand im 19. Jahrhundert eine Akademie, die den so genannten Cäcilienorden für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Kirchenmusik vergibt.

Darstellung: in römischer Jungfrauenkleidung, oft zusammen mit Valerian

Attribute: Orgel oder andere Musikinstrumente; Kranz aus Rosen und Lilien (Märtyrerkrone und Sinnbild ihrer Jungfräulichkeit); tiefe Halswunden, Schwert, Palmzweig (Martyrium); Kreuz

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben.