Daniel

Namenstage: Daniel

Funktion: biblische Gestalt, der vierte der vier großen Propheten des AT

Gedenktag: 21. Juli

orthodoxe Ostkirchen 17. Dezember

Patronat: der Bergleute

Daniel, der vierte unter den großen Propheten und Hauptperson des im 2. vorchristlichen Jahrhundert entstandenen Buches Daniel, das von seinem Leben und seinen Visionen erzählt, gehörte einer vornehmen Familie des Stammes Juda an. Mit der jüdischen Führungsschicht wurde er in die Babylonische Gefangenschaft verschleppt, nachdem Nebukadnezar II. (605–562 v.Chr.) 586 v. Chr. Jerusalem erobert hatte. Mit mehreren Gefährten erzog man ihn am königlichen Hof, ein übliches Verfahren der Babylonier zur schnellen Integration der unterworfenen Völker, und er stieg wegen seiner hervorragenden Eigenschaften und seiner Prophetengabe zu hohen Staatsämtern auf. Später scheint er in Ungnade gefallen zu sein, doch dem nachfolgenden König Belsazar, Nebukadnezars Enkel, deutete er die sprichwörtlich gewordenen, geisterhaften »Zeichen an der Wand«, was auf eine wiedererlangte hohe Stellung schließen lässt. Daran änderte auch die Eroberung Babylons durch die Perser unter Kyros II. 539 v.Chr. zunächst nichts, da diese den gesamten Verwaltungsapparat übernahmen. Sein fester Glaube an den einen jüdischen Gott führte dann dazu, dass Daniel denunziert und den Löwen vorgeworfen wurde, die dem Propheten aber nichts taten, so dass er unversehrt die bekannte »Löwengrube« verlassen konnte (Daniel 6, 22). Über sein weiteres Schicksal ist wenig bekannt; er soll im hohen Alter von 110 Jahren ums Jahr 535 v.Chr. gestorben und in Babylon begraben worden sein. Das nach ihm benannte Buch Daniel zerfällt in einen überwiegend historischen (Kapitel 1–6) und in einen vorherrschend prophetischen Teil (Kapitel 7–12), der detailliert auf das Kommen des Messias und die Endzeit eingeht und deshalb bei bestimmten christlichen Glaubensrichtungen sehr populär ist.
Daniel gilt als Patron der Bergleute, weil die Löwengrube als Zeche bzw. Mine verstanden wurde. In den Alpenländern und im Erzgebirge finden sich deshalb als seine Attribute auch Schlegel, Eisen und Erzbrocken (Gesteinsprobe).

Darstellung: als Jüngling oder Prophet in verschiedenen Szenen seines Lebens oder zusammen mit den anderen drei großen Propheten Jesaja, Jeremia und Ezechiel (Hesekiel) und den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes

Attribute: Löwe(n), vierhörniger Widder oder andere wilde Tiere, Schlegel, Steine

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

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Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.