Nah am Menschen und der Lebenswirklichkeit

05.07.2026 | Weihbischof Dr. Birkhofer beauftragt Sarah Kopp zur Pastoralreferentin

Freiburg. Sarah Kopp ist es wichtig, ein offenes Ohr für die Sorgen, Fragen und Nöte der Menschen zu haben und sie in diesen Situationen wertschätzend zu begleiten. „Mein Herz schlägt für eine menschennahe Pastoral, die den Menschen in seiner konkreten Lebenswirklichkeit ernst nimmt.“ Die 29-Jährige wird am Samstag, 11.07., von Weihbischof Dr. Peter Birkhofer zur Pastoralreferentin beauftragt. Sarah Kopp arbeitet aktuell als Pastoralreferentin im Anerkennungsjahr in der Katholischen Kirchengemeinde Murgtal. Die Feier findet in der Kirche St. Jodokus in Gaggenau statt. Insgesamt werden neun Frauen und Männer als Gemeindereferentinnen, Gemeindereferenten, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten beauftragt.
 
Ihre positiven Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit will Sarah Kopp weitergeben. Die Arbeit mit Menschen und das Engagement in der Kirche und Gemeinde waren lange Zeit Hobby, das mittlerweile zum Beruf geworden ist – und nun als Pastoralreferentin weiter mit Leben gefüllt wird. Ursprünglich aus Ottenhöfen im Achertal kommend, wo auch ihre Heimatgemeinde liegt, führte ihr Weg über ein Studium der katholischen Theologie in Freiburg in die Ausbildung zur Pastoralreferentin, in der sie über zwei Jahre hinweg in der Seelsorgeeinheit Karlsruhe Alb-Südwest ihre Assistenzzeit verbrachte. „Neben dem Studium habe ich über zehn Jahre in der Gastronomie als Servicekraft gearbeitet – eine ganz andere Welt, die mich aber auch sehr geprägt hat.“
 
Vielfältige Aufgaben werden auf sie zukommen, weiß die 29-Jährige. „Eine zentrale Herausforderung sehe ich in den bestehenden kirchlichen Strukturen, die nicht immer leicht zugänglich sind und Veränderungen oft nur langsam zulassen.“ Gleichzeitig werde es ihre Aufgabe sein, innerhalb dieser Handlungsstrukturen handlungsfähig zu bleiben und pastoral wirksam zu arbeiten. Aufgrund zeitlicher Ressourcen sei es notwendig, Prioritäten zu setzen, Grenzen wahrzunehmen und dennoch verlässlich ansprechbar zu sein. „Zugleich sehe ich es als Aufgabe, Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen sensibel zu begleiten und Kirche als einen Ort der Hoffnung, der Offenheit und der Beziehung erfahrbar zu machen.“ 

Bildungsarbeit und Wirken mit jungen Menschen

Ein zentraler Schwerpunkt ihres pastoralen Handelns sei es, Räume zu schaffen, in denen Menschen sich sicher fühlen dürfen und so angenommen werden, wie sie sind. „Kirche soll für mich ein Ort sein, an dem Vielfalt respektiert wird und Menschen ohne Angst vor Bewertung Glauben und Leben miteinander in Beziehung bringen können.“ 
 
Besonders liegt Sarah Kopp die Bildungsarbeit am Herzen – eine Möglichkeit, Glauben theologisch fundiert weiterzugeben, zugleich aber auch aufzuklären und sensibel zu machen, schildert die studierte Theologin. Darüber hinaus schlage ihr Herz für die Arbeit mit jungen Menschen. „Ich möchte ihre Fähigkeiten wahrnehmen, fördern und ihnen zutrauen, Kirche aktiv mitzugestalten.“  Ihr theologischer beziehungsweise religionspädagogischer Ansatz sei stark menschenwürdeorientiert und von einer christlichen Liebesethik geprägt. „Ausgangspunkt meines Denkens und Handelns ist die unbedingte Würde jedes Menschen als von Gott geschaffenes und bedingungslos geliebtes Wesen.“ Daraus ergebe sich ein positives Menschenbild. 

Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten: Theologie und Seelsorge

Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sind hauptamtlich Mitarbeitende, die in allen Bereichen der Seelsorge und im Religionsunterricht eingesetzt werden. Sie haben ein Theologiestudium und eine dreijährige Berufseinführung absolviert und arbeiten zum Beispiel im Seelsorgeteam einer Pfarrei, in Sonderfunktionen oder der Bildungsarbeit. Sie bringen christliche Werte in sozialen, kulturellen, ethischen, wissenschaftlichen und schulischen Kontexten ein und gestalten gemeinsam mit anderen Kirche und Gesellschaft vor Ort. Seit 1976 hat dieser Beruf in der Erzdiözese Freiburg einen unverzichtbaren und bewährten Platz im Miteinander mit ehrenamtlich Engagierten und den verschiedenen pastoralen Diensten. Derzeit sind rund 232 Frauen und Männer als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten in der Erzdiözese tätig. Ihre Beauftragung haben die Seelsorgerinnen und Seelsorger in diesem Jahr unter die Leitworte „Angenommen in Liebe – Mutig voran“ gestellt.
 
(pef)
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Kampf mit Gott

Die Ausgangslage schein klar zu sein: Wer sich anmaßt, mit Gott kämpfen zu wollen, wird verlieren! Es ist die Frage, ob man jetzt den Kampf sucht oder ob man herausgefordert wird. Im Buch Genesis lesen wir von Jakob, wie er diesen Kampf besteht: »23 Mitten in der Nacht stand Jakob auf und nahm seine beiden Frauen und die beiden Nebenfrauen und seine elf Söhne und brachte sie an einer seichten Stelle über den Jabbok; 24 auch alle seine Herden brachte er über den Fluss. 25 Nur er allein blieb zurück. Da trat ihm ein Mann entgegen und rang mit ihm bis zum Morgengrauen. 26 Als der andere sah, dass sich Jakob nicht niederringen ließ, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk, sodass es sich ausrenkte. 27 Dann sagte er zu Jakob: »Lass mich los; es wird schon Tag!« Aber Jakob erwiderte: »Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!« 28 »Wie heißt du?«, fragte der andere, und als Jakob seinen Namen nannte, 29 sagte er: »Du sollst von nun an nicht mehr Jakob heißen, du sollst Israel heißen! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.« 30 Jakob bat ihn: »Sag mir doch deinen Namen!« Aber er sagte nur: »Warum fragst du?«, und segnete ihn. 31 »Ich habe Gott von Angesicht gesehen«, rief Jakob, »und ich lebe noch!« Darum nannte er den Ort Penuël. 32 Als Jakob den Schauplatz verließ, ging die Sonne über ihm auf. Er hinkte wegen seiner Hüfte.« (Genesis 32,23-32 Übersetzung Gute Nachricht)